Elternunterhalt Dresden

Rechtsanwalt Falko Maiwald · Dresden · Vertretung gegenüber dem Sozialamt und vor dem Familiengericht

Sozialamtsschreiben vor der Antwort anwaltlich prüfen lassen

Elternunterhalt müssen Sie nur zahlen, wenn Ihr Bruttojahreseinkommen über 100.000 € liegt – das gilt seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz vom 01.01.2020. Trotzdem versuchen Sozialämter regelmäßig, auch von Geschwistern und Schwiegerkindern Auskünfte zu erhalten. Als Anwalt mit Schwerpunkt im Familienrecht in Dresden prüfe ich Ihren Fall und setze mich für die Abwehr unberechtigter Forderungen ein.

Was ist Elternunterhalt überhaupt?

Definition: Elternunterhalt ist die gesetzliche Verpflichtung erwachsener Kinder, für den notwendigen Lebensunterhalt ihrer Eltern aufzukommen, wenn diese ihn nicht aus eigenen Mitteln decken können (§ 1601 BGB).

Praxisfall: Praktische Bedeutung hat der Elternunterhalt fast nur, wenn ein Elternteil dauerhaft pflegebedürftig wird und die Kosten für ein Pflegeheim oder die ambulante Pflege nicht durch Rente, Pflegeversicherung und eigenes Vermögen abgedeckt sind.

Sozialamts-Regress: Das Sozialamt springt zunächst für die ungedeckten Pflegekosten ein – und prüft anschließend, ob es sich das Geld von den Kindern zurückholen kann.

Angehörigen-Entlastungsgesetz: Seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz vom 01.01.2020 können nur noch Kinder mit einem Bruttojahreseinkommen von über 100.000 € zum Elternunterhalt herangezogen werden – liegen Sie auch nur einen Euro darunter, ist das Verfahren in aller Regel beendet, bevor es richtig angefangen hat.

Vermögenseinsatz der Eltern: Die Eltern müssen ihr Vermögen bis auf das sogenannte Schonvermögen (aktuell 10.000 € pro Person) einsetzen; eine selbstbewohnte angemessene Immobilie bleibt geschützt, solange die Eltern oder der Ehepartner darin wohnen.

Die 100.000-€-Grenze im Detail

Individuelle Betrachtung: Maßgeblich ist das individuelle Bruttojahreseinkommen jedes einzelnen Kindes – nicht das Familieneinkommen und nicht das gemeinsame Einkommen mit dem Ehepartner. Geprüft werden:

Geschwister: Liegt von mehreren Geschwistern nur ein Kind über der 100.000-€-Schwelle, ist auch nur dieses Kind in der Pflicht – eine Aufteilung auf alle Geschwister findet nicht statt.

Schwiegerkinder: Schwiegerkinder schulden ihren Schwiegereltern keinen Unterhalt.

Was tun, wenn das Sozialamt schreibt?

Erste Regel: Füllen Sie Fragebögen des Sozialamts zu Einkommen, Vermögen und Wohnsituation zunächst nicht aus – lassen Sie das Schreiben vorher anwaltlich prüfen.

Auskunftspflicht: Das Sozialamt darf nur dann detaillierte Auskunft verlangen, wenn ein hinreichender Anfangsverdacht besteht, dass Ihr Einkommen über 100.000 € liegt (§ 117 SGB XII i.V.m. § 94 SGB XII) – pauschale Anfragen „ins Blaue“ sind unzulässig.

Kurze Antwort genügt: In vielen Fällen reicht eine kurze, anwaltlich formulierte Antwort, in der Sie mitteilen, dass Ihr Einkommen unter der 100.000-€-Grenze liegt – das Verfahren ist damit erledigt.

Schreiben prüfen

Ich analysiere das Schreiben und beurteile, ob das Sozialamt überhaupt zur Anfrage berechtigt war.

Rechtssicher antworten

Anwaltliche Antwort, die Ihre Interessen wahrt und keine unnötigen Auskünfte preisgibt.

Verjährung nutzen

Ältere Forderungen sind oft verjährt – ich prüfe die Verjährungsfristen genau.

Berechnung bei Einkommen über 100.000 €

Grundsatz: Erst wenn Ihr Bruttojahreseinkommen über der 100.000-€-Schwelle liegt, beginnt die eigentliche Unterhaltsberechnung.

Bereinigtes Nettoeinkommen: Vom Bruttoeinkommen werden Steuern, Sozialabgaben, berufsbedingte Aufwendungen, Altersvorsorge (bis 5 % vom Brutto) und Wohnkosten abgezogen.

Selbstbehalt: Der erhöhte Selbstbehalt beträgt 2026 2.650 € für Alleinstehende und 4.770 € für Verheiratete (Familienselbstbehalt) – damit bleibt der eigene Lebensstandard geschützt.

30-Prozent-Regel: Vom verbleibenden Betrag oberhalb des Selbstbehalts werden in der Regel nur 30 % als Elternunterhalt eingesetzt, 70 % bleiben anrechnungsfrei (BGH XII ZB 148/24; Düsseldorfer Tabelle 2026).

Vermögensschutz: Ihr eigenes Vermögen ist beim Elternunterhalt weitgehend geschützt – insbesondere die selbstgenutzte Immobilie und die angemessene Altersvorsorge.

Häufige Fragen zum Elternunterhalt in Dresden

Wann muss ich für meine Eltern Unterhalt zahlen?

Seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz vom 01.01.2020 werden Kinder nur noch dann zum Elternunterhalt herangezogen, wenn ihr Bruttojahreseinkommen über 100.000 € liegt. Liegen Sie darunter, kann das Sozialamt keine Forderungen gegen Sie geltend machen – auch nicht für die Vergangenheit.

Wie wird die 100.000-€-Grenze berechnet?

Maßgeblich ist das Bruttojahreseinkommen jedes Kindes einzeln (nicht das Familieneinkommen). Dazu zählen Lohn/Gehalt, Renten, Kapital- und Mieteinkünfte sowie selbständige Einkünfte. Das Einkommen des Ehepartners wird grundsätzlich nicht berücksichtigt. Liegt nur ein Kind über 100.000 €, ist auch nur dieses Kind unterhaltspflichtig – die Geschwister bleiben außen vor.

Was passiert, wenn ich über 100.000 € verdiene?

Dann prüft das Sozialamt eine Heranziehung. Berechnungsgrundlage ist Ihr bereinigtes Nettoeinkommen abzüglich des erhöhten Selbstbehalts (2.650 € für Alleinstehende, 4.770 € für Verheiratete – Stand 2026). Vom verbleibenden Betrag oberhalb des Selbstbehalts werden in der Regel nur 30 % als Unterhalt eingesetzt, 70 % bleiben anrechnungsfrei (BGH XII ZB 148/24; Düsseldorfer Tabelle 2026). Schon Wohnvorteil, Altersvorsorge (bis 5 % vom Brutto) und berufsbedingte Aufwendungen werden abgezogen.

Welche Kosten umfasst der Elternunterhalt?

Hauptsächlich die Kosten für ein Pflegeheim oder ambulante Pflege, soweit sie nicht durch Rente, Pflegeversicherung und eigenes Vermögen der Eltern gedeckt sind. Dazu können auch Mehrbedarfe wie Hörgeräte, Brille oder besondere medizinische Versorgung kommen. Das Sozialamt streckt zunächst vor und nimmt anschließend Regress.

Müssen Eltern erst ihr Vermögen aufbrauchen?

Ja. Die Eltern müssen ihr Vermögen bis auf das sogenannte Schonvermögen (aktuell 10.000 € pro Person) einsetzen. Eine selbstbewohnte angemessene Immobilie bleibt geschützt, solange die Eltern oder der Ehepartner darin wohnen. Auch eine Bestattungsvorsorge in angemessener Höhe ist geschützt.

Gilt die 100.000-€-Grenze auch rückwirkend?

Ja, für Forderungen ab dem 01.01.2020. Das Sozialamt darf bei Kindern unter dieser Grenze grundsätzlich keine Auskunft mehr verlangen – außer es bestehen konkrete Anhaltspunkte für ein Überschreiten. Ich prüfe Auskunftsersuchen kritisch und setze mich für die Abwehr unberechtigter Forderungen ein.

Was kann ich tun, wenn das Sozialamt mich anschreibt?

Wichtig: Geben Sie keine Auskünfte ohne anwaltliche Prüfung. Das Sozialamt darf nur dann Auskunft verlangen, wenn ein hinreichender Anfangsverdacht besteht, dass Ihr Einkommen über 100.000 € liegt. Ich prüfe das Schreiben, fordere ggf. die Begründung an und reagiere rechtssicher. In vielen Fällen muss der Vorgang vom Sozialamt eingestellt werden.

Kann mein Schwiegerkind ebenfalls in die Pflicht genommen werden?

Nein. Schwiegerkinder schulden ihren Schwiegereltern keinen Unterhalt. Das Einkommen des Ehepartners spielt nur indirekt eine Rolle: Wenn Sie selbst über 100.000 € verdienen, kann ein gemeinsames Familienunterhaltskonto bei der Berechnung des Selbstbehalts berücksichtigt werden – aber das Schwiegerkind selbst kann nicht herangezogen werden.

Wie kann ich mich vorbeugend schützen?

Mit klarer Vermögens- und Pflegeplanung: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und ggf. ein vorgezogener Vermögensübergang Ihrer Eltern (mit Behaltensrecht). Wichtig sind die 10-Jahres-Fristen bei Schenkungen. Ich berate Sie zu legalen Gestaltungen, die Familienvermögen schützen, ohne sittenwidrig zu werden.

Was kostet die Beratung zum Elternunterhalt?

Die Erstberatung ist gesetzlich gedeckelt (§ 34 RVG): maximal 190,00 € netto (226,10 € brutto). Im ersten Gespräch kläre ich, ob Sie überhaupt unterhaltspflichtig sind. In vielen Fällen lässt sich die Frage schon hier beantworten – ohne weitere Kosten. Bei Vertretung gegenüber dem Sozialamt rechne ich nach RVG oder per Honorarvereinbarung ab.

Gibt es eine Verjährung beim Elternunterhalt?

Ja. Unterhaltsansprüche verjähren in drei Jahren ab Kenntnis. Das Sozialamt muss spätestens binnen drei Jahren nach Eintritt der Hilfeleistung Ansprüche geltend machen. Ältere Forderungen kann ich oft erfolgreich abwehren.

Wer ist in Dresden für meinen Fall zuständig?

Zuständig ist das Sozialamt der Landeshauptstadt Dresden bzw. der Landkreis, in dem Ihre Eltern leben. Klagen werden vor dem Amtsgericht Dresden – Familiengericht – verhandelt. Ich vertrete Sie in beiden Verfahren und bin mit den Abläufen vor Ort bestens vertraut.

Verwandte Themen

Unterhalt Dresden

Kindesunterhalt, Trennungsunterhalt und Ehegattenunterhalt.

Vorsorgevollmacht

Rechtzeitige Vorsorge für den Pflegefall.

Erbfolge planen

Schutz von Familienvermögen über Generationen.

Trennung nach den Sommerferien

Was jetzt rechtlich wichtig ist – vom Trennungsjahr bis zum Unterhalt.

Elternunterhalt Dresden – Jetzt Ersteinschätzung erhalten

Schicken Sie mir das Schreiben des Sozialamts oder rufen Sie kurz an – ich prüfe Ihren Fall und sage Ihnen klar, ob Sie zahlen müssen oder nicht. Termin meist innerhalb von 48 Stunden, auch online per Videocall.

Jetzt anrufen

Termin buchen

Kontakt