Kindesunterhalt Dresden – Düsseldorfer Tabelle 2026 richtig berechnen
Rechtsanwalt Falko Maiwald · Dresden · Unterhalt für minderjährige und volljährige Kinder
Der Mindestunterhalt beträgt 2026 nach der Düsseldorfer Tabelle 486 € für Kinder von 0 bis 5 Jahren, 558 € für 6- bis 11-Jährige, 653 € für 12- bis 17-Jährige und 698 € ab 18 Jahren. Nach Abzug des halben Kindergeldes von 129,50 € zahlt der barunterhaltspflichtige Elternteil mindestens rund 357 € bis 524 € im Monat.
Wie hoch ist der Kindesunterhalt wirklich? Die Antwort steckt in der Düsseldorfer Tabelle, im bereinigten Nettoeinkommen und in vielen Details, die schnell hunderte Euro ausmachen. Ich berechne Ihren Anspruch korrekt – und setze ihn durch oder wehre überhöhte Forderungen ab.
Was ist Kindesunterhalt?
Jedes Kind hat gegenüber seinen Eltern einen Anspruch auf Unterhalt (§§ 1601 ff. BGB). Bei getrennt lebenden Eltern erfüllt der Elternteil, bei dem das Kind wohnt, seine Pflicht durch die tägliche Betreuung (Naturalunterhalt). Der andere Elternteil schuldet den Barunterhalt – also die monatliche Geldzahlung. Bei minderjährigen Kindern gilt dieses Residenzmodell als Regelfall.
Die Höhe richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle, die jährlich aktualisiert wird. Maßgeblich sind zwei Größen: das bereinigte Nettoeinkommen des barunterhaltspflichtigen Elternteils und das Alter des Kindes. Klingt einfach – ist es aber selten. Genau bei der Bereinigung des Einkommens, bei der Anrechnung des Kindergeldes und im Mangelfall entstehen die größten Streitpunkte. Ich sorge dafür, dass die Berechnung korrekt ist und Ihr Kind bekommt, was ihm zusteht – oder dass Sie nicht mehr zahlen, als Sie müssen.
„Herr Maiwald hat den Unterhalt für unsere zwei Kinder sauber durchgerechnet und tituliert. Endlich kam die Zahlung pünktlich und in der richtigen Höhe – vorher wurde ich immer nur vertröstet.“
– Mandantin Familienrecht, Dresden (5 Sterne)
Meine Leistungen beim Kindesunterhalt
Was für das kommende Jahr bereits feststeht und was noch offen ist, erfahren Sie auf meiner Seite zur Düsseldorfer Tabelle 2027.
- Unterhalt nach Düsseldorfer Tabelle 2026 berechnen
- Bereinigtes Nettoeinkommen ermitteln (Abzüge prüfen)
- Auskunftsanspruch über das Einkommen durchsetzen
- Mangelfall-Prüfung und Rangfolge der Berechtigten
- Mehr- und Sonderbedarf geltend machen oder abwehren
- Unterhalt titulieren (Jugendamt oder notariell)
- Rückständigen Unterhalt und Verzug durchsetzen
- Abänderung bei geändertem Einkommen oder Alter
So berechne ich Ihren Kindesunterhalt
1
Bereinigtes Nettoeinkommen feststellen
Vom Nettoeinkommen werden berufsbedingte Aufwendungen (pauschal 5 %, höchstens 150 €), eheprägende Schulden sowie angemessene Kranken- und Altersvorsorge abgezogen. Ein Wohnvorteil im Eigenheim wird hinzugerechnet. Erst dieses bereinigte Netto ist die Grundlage der Tabelle.
2
Einkommensgruppe und Altersstufe bestimmen
Die Düsseldorfer Tabelle ordnet das bereinigte Netto einer Einkommensgruppe zu und staffelt den Bedarf nach Alter: 0–5, 6–11, 12–17 und ab 18 Jahren. Je höher Einkommen und Alter, desto höher der Tabellenbetrag.
3
Kindergeld anrechnen
Vom Tabellenbetrag wird bei minderjährigen Kindern das halbe Kindergeld abgezogen (129,50 € bei 259 € Kindergeld 2026), bei volljährigen Kindern das volle Kindergeld. Das Ergebnis ist der tatsächliche Zahlbetrag.
4
Selbstbehalt und Mangelfall prüfen
Dem Pflichtigen muss der Selbstbehalt verbleiben – 2026 gegenüber Minderjährigen 1.450 € (erwerbstätig) bzw. 1.200 € (nicht erwerbstätig). Reicht das Einkommen nicht für alle Kinder, liegt ein Mangelfall vor und die Beträge werden nach Rangfolge gekürzt.
5
Anspruch titulieren und durchsetzen
Ich lasse den Unterhalt kostenlos beim Jugendamt oder notariell titulieren – oder setze ihn per Unterhaltsklage vor dem Familiengericht Dresden durch, inklusive rückständigem Unterhalt.
Die Düsseldorfer Tabelle 2026 verstehen
Die Düsseldorfer Tabelle ist keine gesetzliche Vorschrift, sondern eine bundesweit anerkannte Leitlinie der Oberlandesgerichte. Sie legt für jede Einkommensgruppe und jede Altersstufe einen Bedarfsbetrag fest. Die unterste Einkommensgruppe (bereinigtes Netto bis 2.100 €) bestimmt den Mindestunterhalt – die absolute Untergrenze, die jedes minderjährige Kind erhält.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem Tabellenbetrag (dem reinen Bedarf) und dem Zahlbetrag (nach Abzug des anteiligen Kindergeldes). Nur der Zahlbetrag fließt tatsächlich. Für die Praxis zeigt die folgende Übersicht die Mindestsätze der ersten Einkommensgruppe 2026:
| Altersstufe | Tabellenbetrag | Zahlbetrag (– halbes Kindergeld) |
|---|---|---|
| 0–5 Jahre | 486 € | ca. 357 € |
| 6–11 Jahre | 558 € | ca. 429 € |
| 12–17 Jahre | 653 € | ca. 524 € |
| ab 18 Jahre | 698 € | ca. 439 € (volles Kindergeld) |
Werte der ersten Einkommensgruppe (bereinigtes Netto bis 2.100 €), Kindergeld 2026: 259 €. Mit steigendem Einkommen erhöhen sich die Beträge stufenweise. Eine genaue Berechnung für Ihren Fall liefert mein Unterhaltsrechner.
Die Mindestsätze 2026 im Einzelnen
- Kinder von 0 bis 5 Jahren erhalten 2026 in der ersten Einkommensgruppe einen Tabellenbetrag von 486 € im Monat; nach Abzug des halben Kindergeldes werden rund 357 € gezahlt.
- Kinder von 6 bis 11 Jahren erhalten 2026 in der ersten Einkommensgruppe einen Tabellenbetrag von 558 € im Monat; nach Abzug des halben Kindergeldes werden rund 429 € gezahlt.
- Kinder von 12 bis 17 Jahren erhalten 2026 in der ersten Einkommensgruppe einen Tabellenbetrag von 653 € im Monat; nach Abzug des halben Kindergeldes werden rund 524 € gezahlt.
- Volljährige Kinder erhalten 2026 in der ersten Einkommensgruppe einen Tabellenbetrag von 698 € im Monat; nach Abzug des vollen Kindergeldes von 259 € werden rund 439 € gezahlt.
Das bereinigte Nettoeinkommen – hier entscheidet sich alles
Ob 350 € oder 550 € Unterhalt fließen, hängt fast immer vom bereinigten Nettoeinkommen ab. Denn nicht das reine Gehalt zählt, sondern das Einkommen nach bestimmten Abzügen. Häufig streiten Eltern genau darum, welche Positionen abgezogen werden dürfen:
- • Berufsbedingte Aufwendungen: pauschal 5 % des Nettos, höchstens 150 € monatlich – bei nachgewiesen höheren Kosten auch mehr.
- • Eheprägende Schulden: Kreditraten, die schon während der Ehe bestanden, mindern das Einkommen; nachträglich aufgenommene Konsumschulden dagegen nicht ohne Weiteres.
- • Zusätzliche Altersvorsorge und Krankenversicherung: angemessene Beiträge sind abzugsfähig.
- • Wohnvorteil: Wer mietfrei im Eigenheim wohnt, muss sich einen Wohnvorteil als Einkommen anrechnen lassen.
- • Sonstige Einkünfte: Mieteinnahmen, Kapitalerträge, Nebentätigkeit oder Steuererstattungen erhöhen das Einkommen.
Verweigert der andere Elternteil die Auskunft über sein Einkommen, kann ich den Auskunftsanspruch nach § 1605 BGB durchsetzen – notfalls gerichtlich mit Vorlage von Gehaltsnachweisen und Steuerbescheiden.
Praxisbeispiele aus meiner Kanzlei
Zwei anonymisierte Fälle zeigen, wie sich Kindesunterhalt konkret berechnet – vom Standardfall bis zum Mangelfall mit mehreren Kindern.
Beispiel 1: Ein Kind, mittleres Einkommen
Situation: Der Vater verdient bereinigt 3.000 € netto, das Kind ist 8 Jahre alt und lebt bei der Mutter. Er ist erwerbstätig.
- • Tabellenbetrag (6–11 Jahre, passende Einkommensgruppe): 645 €
- • Abzug halbes Kindergeld: − 129,50 €
- • Zahlbetrag: ca. 516 € monatlich
Der Selbstbehalt von 1.450 € bleibt gewahrt – kein Mangelfall. Wächst das Kind in die nächste Altersstufe, steigt der Betrag automatisch.
Beispiel 2: Mangelfall mit zwei Kindern
Situation: Der Vater verdient bereinigt nur 1.600 € netto (erwerbstätig) und schuldet zwei minderjährigen Kindern (4 und 14 Jahre) den Mindestunterhalt.
- • Zahlbetrag Kind 1 (0–5): 486 € − 129,50 € = 356,50 €
- • Zahlbetrag Kind 2 (12–17): 653 € − 129,50 € = 523,50 €
- • Summe: 880 € – nach Abzug bleiben nur 720 € statt der nötigen 1.450 € Selbstbehalt → Mangelfall
Im Mangelfall wird die verfügbare Verteilungsmasse anteilig auf die gleichrangigen Kinder verteilt. Ich prüfe zusätzlich, ob ein fiktiv höheres Einkommen anzusetzen ist und ob Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt in Betracht kommt.
Mehrbedarf und Sonderbedarf – oft vergessen
Der Tabellenunterhalt deckt nur den allgemeinen Lebensbedarf. Darüber hinausgehende Kosten werden zusätzlich geschuldet – und häufig übersehen:
- • Mehrbedarf (§ 1610 Abs. 2 BGB): regelmäßig wiederkehrende Kosten wie Kita- und Hortbeiträge, Schulgeld einer Privatschule, dauerhafte Nachhilfe oder behinderungsbedingter Bedarf.
- • Sonderbedarf (§ 1613 Abs. 2 BGB): unregelmäßiger, einmaliger und überraschender Bedarf – etwa Klassenfahrten, kieferorthopädische Behandlungen, Konfirmation oder Kommunion.
Beide Bedarfsarten werden nach der BGH-Rechtsprechung quotal nach dem verfügbaren Einkommen beider Eltern (Netto abzüglich Selbstbehalt) verteilt – auch der betreuende Elternteil beteiligt sich anteilig. Ich rechne den Anteil korrekt aus und mache ihn geltend.
Unterhalt für volljährige Kinder
Mit dem 18. Geburtstag ändert sich die Rechtslage grundlegend. Nun sind beide Elternteile barunterhaltspflichtig – der Bedarf wird aus der Summe beider Einkommen bestimmt und anteilig nach Leistungsfähigkeit verteilt. Außerdem wird jetzt das volle Kindergeld auf den Bedarf angerechnet, und der höhere Selbstbehalt von 2.000 € gilt.
Eine wichtige Ausnahme sind die privilegierten volljährigen Kinder: Wer bis 21 Jahre im Haushalt eines Elternteils lebt und sich noch in der allgemeinen Schulausbildung befindet, wird unterhaltsrechtlich weitgehend wie ein minderjähriges Kind behandelt und genießt einen bevorzugten Rang. Studierende, die auswärts wohnen, haben dagegen einen pauschalierten Bedarf, der aktuell bei rund 990 € liegt. Ich prüfe für Sie, welcher Fall vorliegt und wie sich die Zahlungspflicht auf beide Eltern verteilt.
Unterhalt titulieren, durchsetzen und abändern
Eine bloße mündliche oder formlose Zusage reicht nicht. Damit Sie bei Zahlungsausfall sofort vollstrecken können, braucht es einen Titel. Dafür gibt es mehrere Wege:
- • Jugendamtsurkunde: beim Jugendamt Dresden kostenlos, wenn der Pflichtige freiwillig anerkennt.
- • Notarielle Urkunde: ebenfalls sofort vollstreckbar, oft schnell zu bekommen.
- • Gerichtlicher Titel: per Unterhaltsklage oder vereinfachtem Verfahren beim Familiengericht, wenn keine Einigung möglich ist.
Rückständiger Unterhalt lässt sich grundsätzlich nur ab dem Zeitpunkt fordern, ab dem der Pflichtige zur Auskunft aufgefordert oder in Verzug gesetzt wurde (§ 1613 BGB). Wer wartet, verliert Geld – deshalb setze ich den Anspruch frühzeitig schriftlich in Verzug. Ändern sich die Verhältnisse – neues Einkommen, neue Altersstufe, weiteres Kind – kann der Titel über eine Abänderung nach oben oder unten angepasst werden.
Häufige Fragen zum Kindesunterhalt in Dresden
Wie hoch ist der Kindesunterhalt 2026?
Die Höhe richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle 2026, dem bereinigten Nettoeinkommen des barunterhaltspflichtigen Elternteils und dem Alter des Kindes. Der Mindestunterhalt beträgt in der untersten Einkommensgruppe 486 € (0–5 Jahre), 558 € (6–11 Jahre) und 653 € (12–17 Jahre). Vom Tabellenbetrag wird bei minderjährigen Kindern das halbe Kindergeld von 129,50 € abgezogen – so ergibt sich der tatsächliche Zahlbetrag.
Was ist das bereinigte Nettoeinkommen?
Das bereinigte Nettoeinkommen ist die Grundlage der Düsseldorfer Tabelle. Vom Nettoeinkommen werden berufsbedingte Aufwendungen (pauschal 5 %, höchstens 150 €), eheprägende Schulden sowie angemessene zusätzliche Alters- und Krankenvorsorge abgezogen. Ein Wohnvorteil durch mietfreies Wohnen im Eigenheim wird hinzugerechnet. Erst dieses bereinigte Netto entscheidet über die Einkommensgruppe und damit über die Höhe des Unterhalts.
Wie wird das Kindergeld angerechnet?
Bei minderjährigen Kindern wird das halbe Kindergeld auf den Tabellenbetrag angerechnet – 2026 sind das 129,50 € bei 259 € Kindergeld. Bei volljährigen Kindern wird das volle Kindergeld angerechnet, weil dann beide Elternteile barunterhaltspflichtig sind. Der Zahlbetrag ist immer der Tabellenbetrag abzüglich des jeweils anrechenbaren Kindergeldanteils.
Wie hoch ist der Selbstbehalt beim Kindesunterhalt?
Gegenüber minderjährigen Kindern beträgt der Selbstbehalt 2026 1.450 € für erwerbstätige und 1.200 € für nicht erwerbstätige Pflichtige. Dieser Betrag muss dem unterhaltspflichtigen Elternteil in jedem Fall verbleiben. Gegenüber volljährigen Kindern gilt ein höherer Selbstbehalt von 2.000 €. Reicht das Einkommen nicht, um allen Kindern den vollen Unterhalt zu zahlen, liegt ein Mangelfall vor.
Was passiert im Mangelfall?
Ein Mangelfall liegt vor, wenn das Einkommen nach Abzug des Unterhalts unter den Selbstbehalt sinkt. Dann wird die verfügbare Verteilungsmasse anteilig auf die gleichrangigen Kinder verteilt – minderjährige und privilegierte volljährige Kinder haben Vorrang vor anderen Berechtigten. Ich prüfe in solchen Fällen auch, ob ein höheres fiktives Einkommen anzusetzen ist und ob Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt Dresden beantragt werden kann.
Was sind Mehrbedarf und Sonderbedarf?
Mehrbedarf nach § 1610 Abs. 2 BGB ist regelmäßig wiederkehrender Bedarf über den allgemeinen Lebensbedarf hinaus – etwa Kita- und Hortbeiträge, Schulgeld oder dauerhafte Nachhilfe. Sonderbedarf nach § 1613 Abs. 2 BGB ist unregelmäßiger, einmaliger Bedarf wie Klassenfahrten oder eine kieferorthopädische Behandlung. Beides wird zusätzlich zum Tabellenunterhalt geschuldet und quotal nach dem verfügbaren Einkommen beider Eltern verteilt.
Bekommen volljährige Kinder auch Unterhalt?
Ja. Ab dem 18. Geburtstag sind beide Elternteile barunterhaltspflichtig, und der Bedarf wird aus der Summe beider Einkommen bestimmt. Privilegierte volljährige Kinder bis 21 Jahre, die im Elternhaus leben und noch zur Schule gehen, werden weitgehend wie Minderjährige behandelt. Auswärts studierende Kinder haben einen pauschalierten Bedarf von derzeit rund 990 € monatlich. Ich berechne, wie sich die Zahlung auf beide Eltern verteilt.
Wie lasse ich den Kindesunterhalt titulieren und durchsetzen?
Damit Sie bei Zahlungsausfall sofort vollstrecken können, sollte der Unterhalt tituliert werden – kostenlos per Jugendamtsurkunde, notariell oder gerichtlich durch das Familiengericht Dresden. Rückständiger Unterhalt kann grundsätzlich erst ab dem Zeitpunkt gefordert werden, ab dem der Pflichtige zur Auskunft aufgefordert oder in Verzug gesetzt wurde (§ 1613 BGB). Deshalb setze ich den Anspruch frühzeitig schriftlich in Verzug und übernehme die Durchsetzung für Sie.
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