Testamentsvollstreckung Dresden – Ihren letzten Willen umsetzen lassen
Rechtsanwalt Falko Maiwald · Dresden · Nachlassabwicklung & Kontrolle
Wer seinen Nachlass in geordnete Hände legen möchte, ordnet eine Testamentsvollstreckung an. Ich übernehme das Amt für Sie oder vertrete Sie als Erbe gegenüber einem Testamentsvollstrecker – neutral, strukturiert und rechtssicher.
Was ist eine Testamentsvollstreckung?
Mit der Testamentsvollstreckung (§§ 2197 ff. BGB) bestimmen Sie eine Vertrauensperson, die nach Ihrem Tod dafür sorgt, dass Ihr letzter Wille tatsächlich umgesetzt wird. Der Testamentsvollstrecker verwaltet den Nachlass, erfüllt Vermächtnisse und Auflagen und setzt die von Ihnen gewünschte Verteilung durch – unabhängig davon, ob die Erben untereinander einig sind oder nicht.
Die Anordnung erfolgt in einem Testament oder Erbvertrag. Sie können darin eine konkrete Person benennen oder die Auswahl dem Nachlassgericht überlassen. Gerade bei einer zerstrittenen Erbengemeinschaft, bei minderjährigen oder schutzbedürftigen Erben oder bei einem Unternehmen im Nachlass ist die Testamentsvollstreckung oft der entscheidende Baustein für eine reibungslose Abwicklung.
Ich berate Sie in zwei Rollen: Ich gestalte und übernehme auf Wunsch selbst das Amt des Testamentsvollstreckers – oder ich vertrete Sie als Erbe oder Vermächtnisnehmer gegenüber einem eingesetzten Vollstrecker, wenn Sie dessen Handeln prüfen oder beanstanden möchten.
„Herr Maiwald hat den Nachlass unseres Vaters ruhig und sachlich abgewickelt. Als Geschwister waren wir sehr zerstritten – dass eine neutrale Person die Fäden in der Hand hielt, hat uns viel Streit erspart.“
– Mandant Erbrecht, Dresden (5 Sterne)
Meine Leistungen rund um die Testamentsvollstreckung
- Testamentsvollstreckung im Testament rechtssicher anordnen
- Übernahme des Amtes als Testamentsvollstrecker
- Nachlassverzeichnis erstellen und Nachlass sichern
- Verteilung des Nachlasses und Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft
- Erfüllung von Vermächtnissen und Auflagen
- Testamentsvollstreckerzeugnis beim Nachlassgericht beantragen (§ 2368 BGB)
- Behindertentestament mit Dauervollstreckung gestalten
- Vertretung von Erben gegenüber dem Testamentsvollstrecker
- Prüfung von Vergütung und Rechnungslegung des Vollstreckers
- Antrag auf Entlassung eines pflichtwidrig handelnden Vollstreckers (§ 2227 BGB)
Welche Arten der Testamentsvollstreckung gibt es?
Das Gesetz erlaubt verschiedene Ausgestaltungen. Welche Form für Sie passt, hängt vom Ziel ab, das Sie mit dem Nachlass verfolgen.
- • Abwicklungsvollstreckung (§ 2203 BGB): der Regelfall. Der Vollstrecker setzt den letzten Willen um, erfüllt Vermächtnisse, begleicht Nachlassverbindlichkeiten und verteilt den Nachlass an die Erben. Danach endet das Amt.
- • Auseinandersetzungsvollstreckung: Sonderfall der Abwicklung, bei dem der Vollstrecker gezielt die Erbengemeinschaft auseinandersetzt – besonders sinnvoll bei zerstrittenen Miterben.
- • Dauervollstreckung (§ 2209 BGB): der Vollstrecker verwaltet den Nachlass über einen längeren Zeitraum, bis zu 30 Jahre. Klassisch beim Behindertentestament oder wenn Erben noch minderjährig sind.
- • Verwaltungsvollstreckung: reine Verwaltung des Nachlasses ohne unmittelbare Verteilung – etwa zur Fortführung eines Unternehmens.
- • Vermächtnisvollstreckung: die Vollstreckung beschränkt sich auf die Erfüllung oder Verwaltung eines bestimmten Vermächtnisses.
Häufig kombiniere ich diese Formen: Zunächst wird der Nachlass abgewickelt, für einen bestimmten Erben oder Vermögensteil läuft anschließend eine Dauervollstreckung weiter. Ich formuliere die Anordnung so präzise, dass später kein Streit über Umfang und Dauer entsteht.
So läuft eine Testamentsvollstreckung ab
1
Amt annehmen und Zeugnis beantragen
Nach dem Erbfall erkläre ich die Annahme des Amtes gegenüber dem Nachlassgericht Dresden und beantrage das Testamentsvollstreckerzeugnis (§ 2368 BGB) – meinen Legitimationsnachweis gegenüber Banken, Grundbuchamt und Behörden.
2
Nachlass sichern und Verzeichnis erstellen
Ich verschaffe mir einen Überblick über Vermögen und Verbindlichkeiten und erstelle ein Nachlassverzeichnis (§ 2215 BGB), das ich den Erben aushändige. So schaffe ich von Anfang an Transparenz.
3
Nachlass verwalten und Verbindlichkeiten regeln
Ich verwalte den Nachlass ordnungsgemäß, begleiche Schulden und Steuern, kündige oder erfülle Verträge und erfülle Vermächtnisse und Auflagen des Erblassers.
4
Verteilen, Rechnung legen, Amt beenden
Zum Abschluss setze ich die Erbengemeinschaft auseinander, verteile den Nachlass nach dem Willen des Erblassers, lege Rechnung (§ 2218 BGB) und beende das Amt. Bei einer Dauervollstreckung bleibt die Verwaltung bestehen.
Wann ist eine Testamentsvollstreckung sinnvoll?
Die Testamentsvollstreckung ist kein Misstrauensvotum gegen die Erben, sondern ein Schutzinstrument. Sie lohnt sich immer dann, wenn die Abwicklung des Nachlasses besondere Sorgfalt, Neutralität oder Dauer verlangt.
- • Minderjährige oder schutzbedürftige Erben: der Vollstrecker verwaltet das Erbe, bis die Kinder alt genug sind – ohne dass ein Familiengericht bei jeder Entscheidung eingebunden werden muss.
- • Behindertentestament: eine Dauervollstreckung sorgt dafür, dass ein Kind mit Behinderung vom Nachlass profitiert, ohne dass der Sozialhilfeträger auf das Erbe zugreift.
- • Zerstrittene Erbengemeinschaft: ein neutraler Vollstrecker verhindert Blockaden und setzt die Auseinandersetzung durch.
- • Unternehmensnachfolge: der Betrieb wird bis zur Übergabe an den Nachfolger fortgeführt und stabil gehalten.
- • Gemeinnützige Zwecke: Zuwendungen an Stiftungen oder Vereine werden zuverlässig erfüllt.
Praxisbeispiele aus meiner Arbeit
Die folgenden anonymisierten Beispiele zeigen, wie unterschiedlich eine Testamentsvollstreckung ausgestaltet sein kann – von der schnellen Abwicklung bis zur langjährigen Verwaltung.
Beispiel 1: Zerstrittene Geschwister, ein Haus im Nachlass
Situation: Eine Witwe setzte ihre drei Kinder zu gleichen Teilen als Erben ein und ordnete eine Abwicklungsvollstreckung an, weil die Geschwister seit Jahren zerstritten waren. Zum Nachlass gehörten eine Immobilie, Wertpapiere und Bankguthaben.
- • Nachlassverzeichnis erstellt und allen Erben offengelegt
- • Immobilie über einen Makler zum Verkehrswert verkauft, statt in eine Teilungsversteigerung zu geraten
- • Erlös nach Abzug der Verbindlichkeiten zu je einem Drittel verteilt
Ergebnis: Die Auseinandersetzung war innerhalb weniger Monate abgeschlossen – ohne Prozess zwischen den Geschwistern.
Beispiel 2: Behindertentestament mit Dauervollstreckung
Situation: Ein Ehepaar wollte sein Kind mit Behinderung absichern, ohne dass der Sozialhilfeträger auf den Nachlass zugreift. Wir gestalteten ein Behindertentestament mit Vor- und Nacherbschaft und einer Dauervollstreckung.
- • Der Vollstrecker verwaltet den Erbteil dauerhaft (§ 2209 BGB)
- • Zuwendungen an das Kind erfolgen als Zusatzleistungen oberhalb der Sozialhilfe
- • Der Nachlass bleibt so dem Zugriff des Kostenträgers entzogen
Ergebnis: Das Kind profitiert lebenslang vom Erbe, die Sozialleistungen bleiben erhalten.
Vergütung, Kontrolle und Haftung des Testamentsvollstreckers
Der Testamentsvollstrecker hat Anspruch auf eine angemessene Vergütung (§ 2221 BGB), sofern der Erblasser nichts anderes bestimmt hat. In der Praxis orientiert man sich häufig an der „Neuen Rheinischen Tabelle“, die den Grundbetrag nach dem Nachlasswert bemisst und Zuschläge für aufwändige Aufgaben – etwa Immobilien, Unternehmen oder eine langjährige Verwaltung – vorsieht. Als Erblasser können Sie die Vergütung im Testament auch abweichend und transparent regeln.
Der Vollstrecker unterliegt der Kontrolle durch die Erben: Er muss ein Nachlassverzeichnis vorlegen (§ 2215 BGB), auf Verlangen Auskunft geben und nach Beendigung Rechnung legen (§ 2218 BGB). Verletzt er seine Pflichten schuldhaft, haftet er den Erben auf Schadensersatz (§ 2219 BGB).
Handelt ein Vollstrecker pflichtwidrig oder ist er zur Amtsführung ungeeignet, kann das Nachlassgericht ihn auf Antrag entlassen (§ 2227 BGB). Ich prüfe für Erben, ob ein solcher Antrag Aussicht auf Erfolg hat, und setze berechtigte Ansprüche konsequent durch.
Häufige Fragen zur Testamentsvollstreckung in Dresden
Was macht ein Testamentsvollstrecker genau?
Ein Testamentsvollstrecker setzt den letzten Willen des Erblassers um. Er nimmt den Nachlass in Besitz, erstellt ein Nachlassverzeichnis, begleicht Verbindlichkeiten und Steuern, erfüllt Vermächtnisse und Auflagen und verteilt das Vermögen an die Erben. Bei einer Dauervollstreckung verwaltet er den Nachlass über einen längeren Zeitraum. Ich übernehme dieses Amt für Sie oder gestalte die Anordnung in Ihrem Testament.
Wie ordne ich eine Testamentsvollstreckung an?
Die Testamentsvollstreckung müssen Sie in einem Testament oder Erbvertrag anordnen (§ 2197 BGB). Sie können den Vollstrecker namentlich benennen, mehrere Personen bestimmen oder die Auswahl dem Nachlassgericht überlassen. Wichtig ist eine präzise Formulierung zu Umfang, Aufgaben und Dauer der Vollstreckung. Ich formuliere die Klausel so, dass später kein Streit über die Reichweite entsteht.
Was ist ein Testamentsvollstreckerzeugnis?
Das Testamentsvollstreckerzeugnis (§ 2368 BGB) ist die amtliche Bestätigung des Nachlassgerichts, dass eine Person zum Testamentsvollstrecker ernannt wurde. Es dient als Legitimationsnachweis gegenüber Banken, dem Grundbuchamt und Behörden. Ich beantrage das Zeugnis beim Nachlassgericht Dresden und kümmere mich um den gesamten Schriftverkehr.
Was kostet eine Testamentsvollstreckung?
Der Testamentsvollstrecker hat Anspruch auf eine angemessene Vergütung (§ 2221 BGB), falls der Erblasser nichts anderes bestimmt hat. In der Praxis orientiert man sich häufig an der „Neuen Rheinischen Tabelle“, die einen Grundbetrag nach dem Nachlasswert vorsieht und Zuschläge für aufwändige Aufgaben wie Immobilien, Unternehmen oder eine lange Verwaltungsdauer. Als Erblasser können Sie die Vergütung im Testament auch abweichend und transparent festlegen.
Kann ich einen Testamentsvollstrecker absetzen lassen?
Ja. Handelt der Vollstrecker pflichtwidrig oder ist er zur ordnungsgemäßen Amtsführung ungeeignet, kann das Nachlassgericht ihn auf Antrag eines Erben entlassen (§ 2227 BGB). Verletzt er schuldhaft seine Pflichten, haftet er den Erben zudem auf Schadensersatz (§ 2219 BGB). Ich prüfe für Sie, ob ein solcher Antrag Aussicht auf Erfolg hat, und vertrete Sie gegenüber dem Vollstrecker.
Wie lange dauert eine Testamentsvollstreckung?
Bei einer Abwicklungsvollstreckung endet das Amt, sobald der Nachlass abgewickelt und verteilt ist – das dauert je nach Umfang einige Monate bis wenige Jahre. Eine Dauervollstreckung kann dagegen bis zu 30 Jahre laufen (§ 2210 BGB), etwa beim Behindertentestament oder bei minderjährigen Erben. Die konkrete Dauer richtet sich nach der Anordnung im Testament und dem Umfang des Nachlasses.
Was ist der Unterschied zwischen Abwicklungs- und Dauervollstreckung?
Bei der Abwicklungsvollstreckung (§ 2203 BGB) setzt der Vollstrecker den letzten Willen um und verteilt anschließend den Nachlass – danach endet das Amt. Bei der Dauervollstreckung (§ 2209 BGB) verwaltet er den Nachlass über einen längeren Zeitraum, ohne ihn sofort zu verteilen. Die Dauervollstreckung ist typisch für das Behindertentestament oder wenn Erben noch geschützt werden sollen. Ich empfehle Ihnen die Form, die zu Ihrem Ziel passt.
Können Erben trotz Testamentsvollstreckung über den Nachlass verfügen?
Nein. Solange die Testamentsvollstreckung läuft, hat allein der Vollstrecker das Verwaltungs- und Verfügungsrecht über den der Vollstreckung unterliegenden Nachlass (§ 2205 BGB). Die Erben können über einzelne Nachlassgegenstände nicht eigenmächtig verfügen, haben aber Kontrollrechte: Sie können ein Nachlassverzeichnis, Auskunft und am Ende Rechnungslegung verlangen. Ich setze diese Rechte für Sie durch.
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