Versorgungsausgleich Dresden – Rentenanrechte fair teilen

Rechtsanwalt Falko Maiwald · Dresden · Rentenausgleich bei Scheidung

Der Versorgungsausgleich entscheidet über Ihre Rente im Alter – und wird bei jeder Scheidung von Amts wegen durchgeführt. Ich prüfe die Auskünfte der Versorgungsträger, decke Fehler auf und sorge dafür, dass keine Anrechte übersehen werden.

Was ist der Versorgungsausgleich?

Der Versorgungsausgleich sorgt dafür, dass die während der Ehe erworbenen Rentenanrechte bei der Scheidung hälftig zwischen den Eheleuten geteilt werden (§ 1 VersAusglG). Der Gedanke dahinter: Wer während der Ehe die Kinder betreut oder in Teilzeit gearbeitet hat, soll für das Alter nicht schlechter dastehen als der Partner, der voll erwerbstätig war und dadurch höhere Anwartschaften aufbauen konnte.

Anders als der Zugewinnausgleich, der das während der Ehe gebildete Vermögen betrifft, geht es beim Versorgungsausgleich ausschließlich um Altersvorsorge: gesetzliche Rente, Betriebsrenten, private und berufsständische Versorgungen. Das Familiengericht führt ihn bei der Scheidung automatisch von Amts wegen durch – Sie müssen ihn also nicht gesondert beantragen. Genau deshalb wird er oft unterschätzt: Fehler in den Auskünften wirken sich lebenslang auf Ihre Rente aus.

Ausgeglichen wird nur die Ehezeit. Sie beginnt am ersten Tag des Monats der Eheschließung und endet am letzten Tag des Monats vor Zustellung des Scheidungsantrags (§ 3 Abs. 1 VersAusglG). Anrechte, die vor der Ehe oder nach der Trennung bis zur Zustellung des Antrags erworben wurden, bleiben also teils außen vor – schon der genaue Zeitpunkt der Antragszustellung kann bares Geld für die Rente bedeuten.

„Ich hätte den Versorgungsausgleich fast einfach unterschrieben. Herr Maiwald hat die Auskünfte geprüft und ein vergessenes Betriebsrentenkonto meines Mannes gefunden. Das macht am Ende einen echten Unterschied für meine Rente.“

– Mandantin Familienrecht, Dresden (5 Sterne)

Meine Leistungen beim Versorgungsausgleich

  • Prüfung aller Auskünfte der Versorgungsträger auf Vollständigkeit und Fehler
  • Kontrolle der V-Formulare (V10, V100 etc.) und der Ehezeitberechnung
  • Aufdecken vergessener Anrechte – Betriebsrenten, Riester, Rürup, Zusatzversorgung
  • Beratung zu interner und externer Teilung
  • Ausschluss oder Modifikation per Ehevertrag oder Scheidungsfolgenvereinbarung
  • Prüfung von Härtefall und grober Unbilligkeit (§ 27 VersAusglG)
  • Antrag bei kurzer Ehe und bei geringen Ausgleichswerten (§§ 3, 18 VersAusglG)
  • Abänderung und Anpassung nach Tod, Unterhalt oder Invalidität

Welche Anrechte werden geteilt?

In den Versorgungsausgleich fallen grundsätzlich alle Anrechte, die auf Arbeit oder Vermögen beruhen und der Absicherung im Alter oder bei Invalidität dienen (§ 2 VersAusglG). In der Praxis werden häufig einzelne Anrechte übersehen, weil viele nur an ihre gesetzliche Rente denken. Ausgeglichen werden insbesondere:

  • • Gesetzliche Rentenversicherung: die Entgeltpunkte bei der Deutschen Rentenversicherung – bei den meisten der größte Posten.
  • • Betriebliche Altersvorsorge: Betriebsrenten, Direktversicherungen, Pensionskassen und Unterstützungskassen des Arbeitgebers.
  • • Private Altersvorsorge: Riester- und Rürup-(Basis-)Renten sowie private Rentenversicherungen mit Rentenwahlrecht.
  • • Beamtenversorgung: Pensionsansprüche von Beamtinnen und Beamten.
  • • Berufsständische Versorgung: Versorgungswerke von Ärzten, Anwälten, Architekten, Steuerberatern und anderen.

Reine Kapitallebensversicherungen ohne Rentenwahlrecht gehören dagegen nicht in den Versorgungsausgleich – sie fallen in den Zugewinnausgleich. Diese Abgrenzung ist wichtig, damit ein Wert nicht doppelt oder gar nicht berücksichtigt wird. Ich ordne jedes Anrecht dem richtigen Ausgleichssystem zu.

Interne und externe Teilung – wie wird ausgeglichen?

Seit der Reform von 2009 wird jedes Anrecht grundsätzlich für sich geteilt. Es findet also keine einfache Verrechnung „meine Rente gegen deine Rente“ mehr statt, sondern jeder Ehegatte erhält bei jedem Anrecht des anderen die Hälfte des Ehezeitanteils. Dabei gibt es zwei Wege:

  • • Interne Teilung (§ 10 VersAusglG): Der Regelfall. Der Ausgleichsberechtigte erhält ein eigenes Anrecht beim selben Versorgungsträger – also z. B. ein eigenes Konto in derselben gesetzlichen Rentenversicherung oder im selben Versorgungswerk.
  • • Externe Teilung (§ 14 VersAusglG): Der Ausgleichswert wird zu einem anderen Versorgungsträger übertragen, etwa in die gesetzliche Rentenversicherung. Sie kommt vor allem bei Beamten- und manchen Betriebsrenten vor. Hier lohnt sich eine Prüfung, denn bei der Umrechnung können Verluste (sogenannte „Transferverluste“) entstehen.

Gerade bei der externen Teilung berate ich, welche Zielversorgung günstig ist und ob eine Beschwerde gegen die gerichtliche Entscheidung sinnvoll sein kann. Kleine Beträge können bei sehr kapitalstarken Anrechten schnell mehrere tausend Euro Rentenkapital ausmachen.

So läuft der Versorgungsausgleich ab

Fragebogen und V-Formulare

Mit dem Scheidungsantrag versendet das Familiengericht Fragebögen (V-Formulare) zum Versorgungsausgleich. Ich helfe Ihnen, alle Anrechte vollständig und korrekt anzugeben – vergessene Versicherungen sind der häufigste Fehler.

Auskunft der Versorgungsträger

Das Gericht holt bei allen Versorgungsträgern Auskünfte über die Ehezeitanteile und die vorgeschlagenen Ausgleichswerte ein. Ich prüfe jede Auskunft auf richtige Ehezeit, vollständige Anrechte und plausible Werte.

Prüfung und Einwendungen

Sind Auskünfte unvollständig oder falsch berechnet, lege ich Einwendungen ein und fordere Nachberechnungen. Auch Härtefälle und Bagatellgrenzen bringe ich hier ins Verfahren ein.

Entscheidung des Familiengerichts

Das Familiengericht Dresden entscheidet über den Versorgungsausgleich zusammen mit der Scheidung durch Beschluss. Gegen fehlerhafte Entscheidungen kann innerhalb eines Monats Beschwerde eingelegt werden.

Ausnahmen: kurze Ehe, Bagatellgrenze und Härtefall

Nicht in jedem Fall wird der Versorgungsausgleich durchgeführt. Das Gesetz kennt mehrere Ausnahmen, die den Ausgleich ganz oder teilweise entfallen lassen:

  • • Kurze Ehe (§ 3 Abs. 3 VersAusglG): Bei einer Ehezeit von bis zu drei Jahren findet der Versorgungsausgleich nur statt, wenn ein Ehegatte ihn ausdrücklich beantragt. Ohne Antrag bleibt es beim Status quo.
  • • Geringe Ausgleichswerte (§ 18 VersAusglG): Sind einzelne Anrechte oder die Differenz gleichartiger Anrechte nur geringfügig, soll das Gericht den Ausgleich unterlassen. Das vermeidet unwirtschaftlichen Verwaltungsaufwand für Kleinbeträge.
  • • Grobe Unbilligkeit (§ 27 VersAusglG): In Ausnahmefällen kann der Versorgungsausgleich herabgesetzt oder ausgeschlossen werden, wenn er grob unbillig wäre – etwa bei sehr kurzer Zusammenlebenszeit trotz langer Ehe oder wenn ein Ehegatte seine Vorsorgepflicht grob verletzt hat.

Diese Vorschriften sind ein zweischneidiges Schwert: Sie können Ihnen nutzen oder schaden. Ich prüfe, ob eine Ausnahme in Ihrem Interesse ist – und wehre ungerechtfertigte Berufungen der Gegenseite auf § 27 VersAusglG ab.

Versorgungsausgleich ausschließen oder anpassen

Der gesetzliche Versorgungsausgleich ist nicht in Stein gemeißelt. Über einen notariellen Ehevertrag oder eine Scheidungsfolgenvereinbarung können Sie ihn ausschließen, begrenzen oder auf einzelne Anrechte zuschneiden (§§ 6–8 VersAusglG). Solche Vereinbarungen sind besonders sinnvoll, wenn beide Partner ähnlich hohe eigene Anrechte haben oder eine saubere Trennung ihrer Altersvorsorge wünschen.

Wichtig: Vereinbarungen zum Versorgungsausgleich unterliegen einer gerichtlichen Wirksamkeits- und Ausübungskontrolle. Ein Ausschluss, der einen Ehegatten einseitig benachteiligt und ihn im Alter ohne ausreichende Vorsorge zurücklässt, kann unwirksam sein. Ich gestalte Regelungen so, dass sie ausgewogen sind und einer späteren Kontrolle standhalten.

Beispiel 1: Lange Ehe, klassische Rollenverteilung

Situation: Ein Paar war 28 Jahre verheiratet. Der Ehemann war durchgehend vollzeit angestellt, die Ehefrau hat die Kinder betreut und später in Teilzeit gearbeitet. In der Ehezeit erwarb der Mann deutlich höhere Anrechte in der gesetzlichen Rentenversicherung und eine Betriebsrente.

  • • Jedes Anrecht wird intern geteilt: Die Ehefrau erhält die Hälfte des Ehezeitanteils der gesetzlichen Rente des Mannes.
  • • Auch die Betriebsrente wird geteilt – hier war eine externe Teilung vorgesehen, die ich auf Transferverluste geprüft habe.
  • • Ergebnis: Die Ehefrau steht bei der Altersrente spürbar besser da, weil ihre Betreuungsjahre nicht länger zu ihren Lasten gehen.

Gerade bei langen Ehen mit klassischer Rollenverteilung ist der Versorgungsausgleich oft wertvoller als jeder andere Scheidungsfolgenpunkt.

Beispiel 2: Ausschluss per Ehevertrag bei zwei Berufstätigen

Situation: Ein kinderloses Paar, beide voll berufstätig mit vergleichbarem Einkommen, wollte den Versorgungsausgleich für die Scheidung ausschließen, um die jeweils eigene Vorsorge zu behalten.

  • • Da beide über eigene, ähnlich hohe Anrechte verfügten, war ein Ausschluss ausgewogen und nicht einseitig benachteiligend.
  • • Die Vereinbarung wurde notariell beurkundet und hielt der gerichtlichen Wirksamkeitskontrolle stand.
  • • Ergebnis: Beide behalten ihre volle Altersvorsorge – ohne Übertragungen und ohne Transferverluste.

Ein Ausschluss ist möglich – aber nur, wenn er beide Seiten angemessen berücksichtigt.

Anpassung und Abänderung nach der Scheidung

Der Versorgungsausgleich ist mit dem rechtskräftigen Beschluss nicht endgültig in jeder Hinsicht unabänderlich. Das Gesetz sieht mehrere Anpassungsmöglichkeiten vor, wenn sich die Verhältnisse später ändern:

  • • Anpassung wegen Unterhalt (§ 33 VersAusglG): Zahlt der ausgleichspflichtige Ehegatte trotz gekürzter eigener Rente Unterhalt, kann die Rentenkürzung vorübergehend ausgesetzt werden.
  • • Anpassung wegen Tod (§ 37 VersAusglG): Verstirbt der ausgleichsberechtigte Ehegatte früh, kann der andere unter bestimmten Voraussetzungen die Kürzung seiner eigenen Rente rückgängig machen lassen.
  • • Anpassung wegen Invalidität (§ 35 VersAusglG): Auch bei Erwerbsminderung kommt eine Aussetzung der Kürzung in Betracht.
  • • Abänderung (§ 51 VersAusglG): Ändert sich der Wert eines Anrechts wesentlich, kann der Versorgungsausgleich neu festgesetzt werden.

Diese Anträge sind fristgebunden und formstreng. Ich prüfe, ob sich in Ihrem Fall eine nachträgliche Anpassung lohnt, und übernehme die Antragstellung beim Familiengericht.

Häufige Fragen zum Versorgungsausgleich in Dresden

Muss ich den Versorgungsausgleich beantragen?

Nein. Bei einer Scheidung führt das Familiengericht den Versorgungsausgleich grundsätzlich von Amts wegen durch – Sie müssen ihn also nicht gesondert beantragen (§ 1 VersAusglG). Eine Ausnahme gilt bei einer kurzen Ehe von bis zu drei Jahren: Dann findet der Ausgleich nur statt, wenn ein Ehegatte ihn ausdrücklich beantragt (§ 3 Abs. 3 VersAusglG). Ich achte darauf, dass in Ihrem Fall die richtige Weichenstellung getroffen wird.

Welche Rentenanrechte werden beim Versorgungsausgleich geteilt?

Geteilt werden alle in der Ehezeit erworbenen Anrechte der Altersvorsorge: die gesetzliche Rentenversicherung, Betriebsrenten und Direktversicherungen, private Riester- und Rürup-Renten, die Beamtenversorgung sowie berufsständische Versorgungswerke. Reine Kapitallebensversicherungen ohne Rentenwahlrecht gehören dagegen nicht dazu – sie fallen in den Zugewinnausgleich. Ich ordne jedes Anrecht dem richtigen Ausgleichssystem zu, damit nichts doppelt oder gar nicht berücksichtigt wird.

Was ist der Unterschied zwischen interner und externer Teilung?

Bei der internen Teilung (§ 10 VersAusglG) erhalten Sie ein eigenes Anrecht beim selben Versorgungsträger, bei dem der Partner das Anrecht hat – das ist der Regelfall. Bei der externen Teilung (§ 14 VersAusglG) wird der Ausgleichswert zu einem anderen Träger, meist der gesetzlichen Rentenversicherung, übertragen. Bei der externen Teilung können durch die Umrechnung Verluste entstehen. Ich prüfe daher gezielt, ob die Zielversorgung günstig ist.

Was wird beim Versorgungsausgleich als Ehezeit gerechnet?

Die Ehezeit beginnt am ersten Tag des Monats der Eheschließung und endet am letzten Tag des Monats vor Zustellung des Scheidungsantrags (§ 3 Abs. 1 VersAusglG). Nur die in diesem Zeitraum erworbenen Anrechte werden geteilt. Anrechte aus der Zeit vor der Ehe oder nach diesem Stichtag bleiben außen vor. Schon der genaue Zustellungszeitpunkt kann sich deshalb spürbar auf Ihre Rente auswirken.

Kann ich den Versorgungsausgleich ausschließen?

Ja, über einen notariellen Ehevertrag oder eine Scheidungsfolgenvereinbarung lässt sich der Versorgungsausgleich ausschließen, begrenzen oder auf einzelne Anrechte zuschneiden (§§ 6–8 VersAusglG). Allerdings prüft das Gericht solche Vereinbarungen auf Wirksamkeit und Ausübungskontrolle: Ein Ausschluss, der einen Partner einseitig ohne ausreichende Altersvorsorge zurücklässt, kann unwirksam sein. Ich gestalte Regelungen so ausgewogen, dass sie einer gerichtlichen Kontrolle standhalten.

Wird der Versorgungsausgleich auch bei sehr kleinen Beträgen durchgeführt?

Nicht zwingend. Bei geringen Ausgleichswerten soll das Gericht den Ausgleich unterlassen, um unwirtschaftlichen Verwaltungsaufwand zu vermeiden (§ 18 VersAusglG). Das betrifft einzelne geringfügige Anrechte oder eine nur geringe Differenz gleichartiger Anrechte. Ob eine solche Bagatellgrenze in Ihrem Interesse ist oder nicht, hängt vom Einzelfall ab – ich bringe den Punkt entsprechend ins Verfahren ein.

Was passiert, wenn mein Ex-Partner früh stirbt?

Verstirbt der ausgleichsberechtigte Ehegatte kurz nach der Scheidung, wäre es unbillig, wenn Ihre eigene Rente dauerhaft gekürzt bliebe. Für solche Fälle sieht § 37 VersAusglG eine Anpassung wegen Tod vor, mit der die Kürzung unter bestimmten Voraussetzungen rückgängig gemacht werden kann. Der Antrag ist fristgebunden und formstreng. Ich prüfe, ob die Voraussetzungen vorliegen, und übernehme die Antragstellung.

Was kostet der Versorgungsausgleich?

Der Versorgungsausgleich erhöht als Folgesache den Verfahrenswert der Scheidung; angesetzt werden für jedes auszugleichende Anrecht in der Regel 10 % des dreifachen Nettoeinkommens beider Ehegatten. Danach richten sich die Anwalts- und Gerichtskosten nach RVG und FamGKG. Bei geringem Einkommen prüfe ich Verfahrenskostenhilfe. Eine Ersteinschätzung Ihrer Situation biete ich Ihnen vorab an.

Verwandte Themen

Versorgungsausgleich Dresden – Jetzt prüfen lassen

Lassen Sie die Auskünfte der Versorgungsträger kontrollieren, bevor Sie etwas unterschreiben – es geht um Ihre Rente. Ersteinschätzung, Termin meist innerhalb von 48 Stunden.

Jetzt anrufen Termin buchen

Kontakt