Zugewinnausgleich Dresden – Wer bekommt was bei der Scheidung?

Rechtsanwalt Falko Maiwald · Dresden · Vermögensausgleich bei Scheidung

Beim Zugewinnausgleich geht es oft um erhebliche Summen. Immobilien, Betriebsvermögen, Erspartes — alles muss offengelegt werden. Ich schütze Ihr Vermögen und sorge für eine korrekte Berechnung.

Was ist der Zugewinnausgleich?

Wer in Deutschland heiratet, lebt automatisch im Güterstand der Zugewinngemeinschaft – es sei denn, es wurde ein Ehevertrag mit abweichender Regelung geschlossen. Bei der Scheidung wird der während der Ehe erzielte Vermögenszuwachs (Zugewinn) zwischen den Ehegatten hälftig ausgeglichen.

Der Zugewinnausgleich ist häufig der finanziell wichtigste Punkt einer Scheidung – noch vor dem Unterhalt. Fehler bei der Bewertung von Immobilien, Unternehmen oder Lebensversicherungen können sechsstellige Auswirkungen haben. Eine sorgfältige anwaltliche Begleitung ist deshalb dringend zu empfehlen – unabhängig davon, ob Sie Anspruch geltend machen oder abwehren möchten. Neben dem Zugewinn wird bei der Scheidung auch der Versorgungsausgleich durchgeführt – die Teilung der während der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften.

Bei einer gemeinsamen Immobilie kann auch die Teilungsversteigerung eine Rolle spielen.

„Herr Maiwald hat den Zugewinnausgleich sehr strukturiert aufgearbeitet. Ohne seine Stufenklage hätte ich nie die Auskunft über das Endvermögen meines Ex-Mannes bekommen.“

– Mandantin Familienrecht, Dresden (5 Sterne)

Meine Leistungen beim Zugewinnausgleich

So berechne ich Ihren Zugewinn

1

Anfangsvermögen feststellen

Ich erfasse das Vermögen am Tag der Eheschließung – Bankguthaben, Wertpapiere, Immobilien, Schulden. Erbschaften und Schenkungen während der Ehe werden hinzuaddiert.

2

Endvermögen ermitteln

Stichtag ist die Zustellung des Scheidungsantrags. Ich hole Auskünfte ein, prüfe Belege und beauftrage ggf. Gutachten für Immobilien und Unternehmensanteile.

3

Zugewinn berechnen

Endvermögen minus indexiertes Anfangsvermögen = Zugewinn. Der Ehepartner mit dem höheren Zugewinn schuldet dem anderen die Hälfte der Differenz.

4

Anspruch durchsetzen

Außergerichtliche Einigung oder Stufenklage vor dem Familiengericht Dresden – auf Auskunft, Belege und Zahlung.

Immobilien und Unternehmen bewerten

Die größte Stellschraube beim Zugewinnausgleich ist die Bewertung von Immobilien, Betriebsvermögen und Unternehmensanteilen. Ich koordiniere Verkehrswert- und Unternehmensgutachten, damit weder zu viel gezahlt noch zu wenig gefordert wird – wie die folgenden Beispiele zeigen.

Beispiel 1: Immobilie aufgebaut, Ehefrau ohne Erwerbseinkommen

Situation: Bei Eheschließung hatte der Mann 20.000 €, die Frau 5.000 €. Bei Zustellung des Scheidungsantrags hat der Mann ein Haus mit 400.000 € Eigenanteil + 30.000 € Erspartes, die Frau 15.000 € Erspartes.

Wichtig: Die Hälfte des Zugewinns – nicht die Hälfte der Immobilie. Bei knapper Liquidität sind Ratenzahlungen oder Verkauf zu prüfen.

Beispiel 2: Erbschaft während der Ehe

Situation: Die Frau hat während der Ehe 150.000 € geerbt. Endvermögen der Frau: 200.000 €, Anfangsvermögen: 10.000 €.

Erbschaften und Schenkungen erhöhen das Anfangsvermögen und werden so neutral gestellt – nur der weitere Zuwachs ist ausgleichspflichtig.

Auskunftsanspruch durchsetzen

Bevor der Zugewinn berechnet werden kann, müssen beide Ehegatten Vermögensaufstellungen mit Belegen vorlegen – für Anfangsvermögen, Trennungsvermögen und Endvermögen (§ 1379 BGB). Wird die Auskunft verweigert oder ist sie unvollständig, helfen zwei Werkzeuge:

Ich prüfe mit Ihnen, welches Mittel zu Ihrer Situation passt und sichere Beweismittel frühzeitig.

Zugewinnausgleich ausschließen oder begrenzen

Den gesetzlichen Zugewinnausgleich müssen Sie nicht hinnehmen, wie er ist. Über einen Ehevertrag lässt er sich – auch noch nach der Heirat – ausschließen, der Höhe nach begrenzen oder auf bestimmte Vermögenswerte zuschneiden.

Ich gestalte für Sie eine Regelung, die einer späteren gerichtlichen Inhaltskontrolle standhält – sittenwidrige oder einseitige Klauseln sind unwirksam.

Häufige Fragen zum Zugewinnausgleich in Dresden

Gilt der Zugewinnausgleich automatisch?

Ja. Wenn Sie keinen Ehevertrag geschlossen haben, leben Sie automatisch im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft – dann findet bei der Scheidung ein Zugewinnausgleich statt. Nur ein notarieller Ehevertrag mit Gütertrennung oder modifizierter Zugewinngemeinschaft schließt ihn aus oder verändert ihn. Der Ausgleich läuft aber nicht von selbst: Er muss geltend gemacht und berechnet werden.

Was gehört zum Anfangs- und Endvermögen?

Zum Vermögen zählen alle aktiven Werte – Immobilien, Bankguthaben, Wertpapiere, Lebensversicherungen mit Rückkaufswert, Unternehmensbeteiligungen, Schmuck und Kunst; Schulden werden abgezogen. Das Anfangsvermögen ist das Vermögen am Tag der Eheschließung, das Endvermögen das am Tag der Zustellung des Scheidungsantrags. Erbschaften und Schenkungen während der Ehe werden dem Anfangsvermögen zugerechnet und erhöhen den Zugewinn daher nicht.

Was passiert, wenn der Partner Schulden hat?

Schulden mindern das jeweilige Vermögen, gehen aber nicht auf den anderen Ehegatten über – für die Schulden Ihres Partners haften Sie nach der Scheidung grundsätzlich nicht. Beim Zugewinn kann ein Ehegatte heute auch ein negatives Anfangsvermögen haben: Wer während der Ehe Schulden abbaut, erzielt dadurch einen ausgleichspflichtigen Zugewinn. Begrenzt wird die Ausgleichszahlung jedoch durch das tatsächlich vorhandene Endvermögen.

Kann ich den Zugewinnausgleich verweigern?

Grundsätzlich nicht – der berechtigte Ehegatte hat einen gesetzlichen Anspruch. Verweigern lässt sich die Zahlung nur in engen Ausnahmefällen wegen grober Unbilligkeit (§ 1381 BGB), etwa wenn der andere seine wirtschaftlichen Pflichten in der Ehe schwer verletzt hat. Hat Ihr Partner Vermögen verschwendet oder beiseitegeschafft, wird dieses dem Endvermögen fiktiv hinzugerechnet (§ 1375 Abs. 2 BGB). Ich prüfe, ob solche Einwände in Ihrem Fall tragen.

Wann verjährt der Anspruch auf Zugewinnausgleich?

Der Anspruch verjährt in drei Jahren ab Rechtskraft der Scheidung. Sinnvoll ist es, den Zugewinnausgleich als Folgesache gemeinsam mit der Scheidung beim Familiengericht einzureichen – das spart Kosten und Zeit. Wichtig ist außerdem der Auskunftsanspruch (§ 1379 BGB): Bevor gerechnet werden kann, muss der andere Ehegatte sein Vermögen offenlegen – notfalls erzwinge ich das per Stufenklage.

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